„Wie findet man einen Verlag für sein Buch?“

Diese Frage stellte mir vor einiger Zeit ein etwa 11jähriges Mädchen, das auf einigen kleinen, sorgfältig zusammengehefteten Papierseiten eine nette  Geschichte aufgeschrieben hatte. Nun hoffte sie auf einen guten Tipp, wie sie ihr Werk in Buchform bringen könne. Und was lag da näher, als die ortsansässige Autorin zu fragen, die glücklicherweise gleich um die Ecke wohnt.

Die richtige Antwort auf eine solche Frage erfordert natürlich ein wenig Diplomatie. Und so zog sie mit ihren zur Verstärkung mitgebrachten Freundinnen von dannen in dem Wissen, dass es gar nicht so leicht ist, einen Verlag zu finden, die geschriebene Geschichte aber reizend und vielversprechend sei. Wenn sie weiter so fleißig schreibe, wäre es durchaus möglich, dass eines Tages ein Verlag auf sie aufmerksam würde. Bis dahin brauche sie natürlich noch etwas Geduld.

Kleine Geschichten schreiben, Bilder dazu malen und alles zusammenheften, um sie der mehr oder weniger geneigten Leserschaft der direkten Umgebung unter die Nase halten – das ist sicherlich kein schlechter Anfang für eine Autorenschaft. So fand einst  eines meiner „frühen Werke“  den Weg in die Schülerzeitschrift des örtlichen Gymnasiums: „Die Helden des Piratenschiffes“.

Eine Autorenschaft allerdings ließ noch rund 30 Jahre auf sich warten. Vorher musste das Abitur bestanden, eine Ausbildung im Reisebüro absolviert, ein BWL-Studium erfolgreich abgeschlossen und eine Arbeitsstelle gefunden werden. Als schließlich alles in Werk gesetzt und geheiratet war, war es ein klassischer Zufall, der den weit in den Hintergrund gerückten Traum von der „Schriftstellerei“ wieder lebendig werden ließ: Der Fund eines alten Tagebuches im Dokumentenschrank der Schwiegermutter. Der Bericht des Ur-ur-urgroßvaters des Ehegatten aus dem frühen 19. Jahrhundert entpuppte sich als bemerkenswerte Aufzeichnung und bot die ersehnte Vorlage für ein erstes, wirkliches Buchprojekt. 2005 war es fertig. Und dann folgte jener schwerste Teil auf dem Weg zum fertigen Buch, den viele Autoren nur zu Genüge kennen: Das Manuskript wird im wahrsten Wortsinne herumgeschickt und kehrt mit mehr oder weniger detailliert verfassten Absageschreiben zurück. Aber schließlich – der Zufall wollte es wohl wirklich so – fand sich ein Verlag, der die Veröffentlichung wagen wollte: Der Tauchaer Verlag in Taucha bei Leipzig sah den Stoff gut in seinem kulturgeschichtlichen Programm untergebracht – und druckte. 2007 erschien die erste Auflage der „Tragödien der Völkerschlacht“, Anfang 2011 folgte die zweite, nachdem das Buch im WDR „planet-wissen“ als Buchtipp über die deutschen Bildschirme geflimmert war.

GudrunDoch eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Und nun war natürlich der Ehrgeiz groß, dem „Erstling“ weitere Veröffentlichungen folgen zu lassen. Stoff gab es reichlich und so folgten 2008 die Biographie „Kinder des Urwalds – Eine schwäbische Lebensgeschichte“ und im Jahr 2009 die Lebensgeschichte der Mutter des schwäbischen Dichters Eduard Mörike, „Geliebte Kinder“. Letzteres erschien im renommierten Silberburg-Verlag und markierte damit einen Meilenstein auf dem Weg zur anerkannten Autorenschaft.

Beruf, zwei Kinder und ein halbes Haus brauchen eine Menge Aufmerksamkeit, Zeit und Kraft. Dennoch übten Bibliotheken, Archive und der heimische PC eine beinahe magische Anziehungskraft aus. Mit etwas Abstand erschien im April 2012 ein viertes Buch. „Brautfahrt ins Ungewisse-Lebenswege württembergischer Herzoginnen“ erforderte eine umfassende Sachrecherche und mit rund 320 Seiten auch eine Menge „Schreibzeit“. Wieder goss der Silberburg-Verlag das Manuskript liebevoll in Buchform und weil jeder Autor Träume hat, wagte ich den nächsten Schritt: Mit „Die Töchter von Rosengarten“ erscheint mein Romanerstling. Natürlich historisch. Natürlich sachlich fundiert. Und natürlich mit all den Zutaten, die einen historischen Roman ausmachen: Liebe, Herzeleid, Krisen, Intrigen.

So könnte es etwas werden, mit dem Titel „Schriftstellerin“, den ich mir aber erst zugestehen möchte, wenn ich vom Schreiben leben kann. Solange bin ich Autorin und freue mich über jeden Titel, der meine Bibliographie umfangreicher werden lässt.

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich viel Freude beim Stöbern auf meiner homepage und natürlich beim Schmökern in meinen Büchern.