Brautfahrt ins Ungewisse

Lebenswege württembergischer Herzoginnen

Dies ist der Stoff, aus dem historische Romane geschrieben werden: In unglaublich spannenden Lebensläufen werden die Lebensgeschichten von sechs württembergischen Herzoginnen erzählt . Jede von ihnen hat an der Seite eines württembergischen Herzogs gestanden und an seiner Seite vieles erlebt, erduldet, erhofft und erlitten.

Barbara Gonzaga stammt aus der Markgrafschaft Mantua in Oberitalien. Sie ist Tochter des dortigen Markgrafen und seiner deutschen Gemahlin. Die vielen Kinder des Paares wachsen in einer heimeligen, heiteren Atmosphäre auf – der Glanz des Gonzaga’schen Renaissancehofes ist weithin bekannt. Den Töchtern des Hauses blüht dennoch das klassische Schicksal einer dynastischen Heirat und damit eine ungewisse Zukunft. Nach langer Suche wird Barbara im Alter von 19 Jahren dem württembergischen Grafen Eberhard im Bart versprochen und heiratet ihn 1474 in einer prunkvollen Hochzeit in der damaligen gräflichen Residenzstadt Urach. Zunächst scheint alles einen guten Weg zu nehmen, die Eheleute mögen sich und Barbara wird in Württemberg freudig aufgenommen. Doch die Gegensätze zwischen dem spätmittelalterlichen Württemberg und dem fortschrittlichen Mantua machen es Barbara schwer, sich wirklich heimisch zu fühlen. Zudem erschweren sprachliche Barrieren und die in einem krassen Gegensatz zu Mantua stehende, untergeordnete Rolle der Frau einen Zugang zur neuen Umgebung. Obwohl Barbara Jahre später die erste Herzogin des Landes werden wird, hat sie stets Heimweh nach Mantua …

Sabina von Bayern wird noch als Kind dem württembergischen Herzog Ulrich versprochen. Eine fatale Verbindung, denn die Ehe steht von Anfang an unter keinem guten Stern: Ulrich und Sabina können sich nicht ausstehen. Die rauen, schwierigen Charaktere der beiden scheint ein Zusammenleben unmöglich zu machen. Streit und Hass, Misstrauen und Gewalt prägen die eheliche Beziehung. Als die Situation eskaliert, ergreift Sabina die Flucht …

Prinzessin Sibylla von Anhalt ist gerade einmal 16 Jahre alt, als sie dem Grafen Friedrich von Württemberg-Mömpelgard begegnet. Ihrer Sympathie kommt der junge Adelige mit heftiger Leidenschaft entgegen, so dass umgehend eine Heirat beschlossen wird. Als Gräfin zieht Sibylla in die von Friedrich regierte Grafschaft Mömpelgard. Das heutige Montbéliard gehörte damals zu den linksrheinischen Besitzungen Württembergs. Der sinnenfrohen Ehe entspringen unzählige Nachkommen. Als der württembergische Herzog in Stuttgart ohne Erben stirbt, tritt Friedrich dessen Nachfolge an. Sibylla wird Herzogin. Die einst so glückliche Ehe der beiden gestaltet sich  zunehmend schwierig. Friedrich entwickelt sich zum brutalen Despot …

Anna Catharina von Salm-Kyrburg und Eberhard III. leben in schwierigen Zeiten. Der Dreißigjährige Krieg wütet im Land und zwingt den württembergischen Herzog ins Exil nach Straßburg. Dort begegnet er Anna Catharina und zwischen beiden entspinnt sich eine echte Romanze. Eberhard lässt keine Zweifel an seinen ernsten Absichten. Doch die Grafentochter aus dem Hause Salm-Kyrburg ist keine standesgemäße Braut für einen Herzog aus dem Hause Württemberg. Allen Widerständen zum Trotz führt er sie trotzdem zum Altar…

Als Eberhard Ludwig von Württemberg die ihm als Braut präsentierte Markgrafentochter Johanna Elisabetha von Baden –Durlach zum ersten Mal sieht, soll er regelrecht erschrocken gewesen sein. In seltener Einigkeit schildern die Quellen den mangelnden Liebreiz der 17jährigen, die dem jungen Schwerenöter zur Seite gestellt wird. Die eheliche Beziehung der beiden endet dann auch mit der Geburt des Erbprinzen. Doch Johanna Elisabetha sieht sich nicht nur mit dem mangelnden Interesse ihres Gemahls konfrontiert, sondern auch mit dessen machtgieriger, schöner und charmanter Mätresse …

Beinahe einem Aschenputtel-Märchen gleicht die Geschichte der Franziska von Hohenheim. Das Schicksal scheint der  Tochter einer strenggläubigen, verarmten Adelsfamilie nicht hold: Als junges Mädchen wird sie mit einem ungeliebten, ungestalten Mann verheiratet, der sie offensichtlich schlecht behandelt. Durch das glückliche Zusammenspielt unzähliger Umstände begegnet sie dem württembergischen Herzogs Carl Eugen, der sich genau zu diesem Zeitpunkt in einer persönlichen und politischen Krise befindet. Obwohl Franziska nicht dem Schönheitsideal einer Mätresse entspricht, wird sie die Geliebte, ja das „Engelsfranzele“ des Herzogs…