Geliebte Kinder

Das Leben der Dichtermutter Charlotte Dorothea Mörike

 

Charlotte Dorothea Beyer wird im Jahr 1771 als Tochter eines schwäbischen Pfarrers in Grafenberg geboren. In dem kleinen, malerisch gelegenen Dorf am Fuße der Schwäbischen Alb verbringt sie ihre frühen Kinderjahre, bevor die Familie im Zuge einer Versetzung des Vaters eine Kilometer weiter nach Beuren zieht. Behütet wächst sie zu einer jungen Frau heran. Bei einem Verwandtenbesuch in Ludwigsburg lernt sie den weltgewandten und jungen Arzt Carl Mörike kennen. Die beiden verlieben sich leidenschaftlich ineinander und warten ungeduldig, bis Charlottes zögernder Vater seine Zustimmung zu ihrer Verbindung gibt. Nach der Hochzeit zieht das Paar nach Ludwigsburg. Zahlreiche Kinder werden geboren, viele davon sterben. Ein Los, das die Mörikes mit vielen Eltern teilen.

Als Arztfamilie sind die Mörikes Teil Lesung Geliebte Kinderdes angesehenen Bürgertums der Stadt. Die Kinder, darunter der spätere Dichter Eduard, erfahren die Geborgenheit eines intakten Zuhauses, das ihnen zahlreiche Anregungen bietet und eine gute Bildung vermittelt. Charlotte ist eine strenge, aber liebevolle Mutter.

Alles wird anders, als auch Württemberg die Auswirkungen der napoleonischen Befreiungskriege zu spüren bekommt. Soldaten überschwemmen Ludwigsburg und mit ihnen kommen Krankheiten und Seuchen. Die Ärzte der Stadt sind vollkommen überlastet. Carl Mörike arbeitet bis zur Selbstaufgabe und erleidet schließlich einen Schlaganfall. Als er wenige Jahre später stirbt, brechen für Charlotte und ihre Kinder schwere Zeiten an. Mit erstaunlicher Kraft und Gottvertrauen meistert sie ihr Schicksal – das weitere, schwere  Prüfungen bereithält. Eine besondere Beziehung besteht zu ihrem Sohn Eduard, der eigentlich die Familie ernähren und einen bürgerlichen Lebensweg gehen muss, sich aber zu Muse und Dichtung hingezogen fühlt…

(Foto: Waltraud Langer)