Debütroman von Gudrun Maria Krickl spielt in Schwäbisch Hall und Rosengarten

Andreas Scholz | Haller Tagblatt

 

Die Autorin Gudrun Maria Krickl hat einen Roman über die Bauerntochter Marie geschrieben, die in Rosengarten bei Hall während dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) schwere Zeiten durchlebt.

400 Seiten stark ist der historische Roman „Die Töchter von Rosengarten“ von Gudrun Maria Krickl, der vor kurzem im Silberburg-Verlag erschienen ist. Neben den Kriegswirren des Dreißigjährigen Krieges, der damals auch in Hall und Umgebung wütete, steht eine Liebesgeschichte im Vordergrund. „Es entspinnt sich eine zarte Romanze zwischen der Bauerntochter Marie Schenk aus dem Hofgut Rosengarten bei Hall und dem Regimentsführer Janek von Schwanberg“, verrät Gudrun Maria Krickl.

Der böhmische Adlige und sein treues Gefolge werden in den Ellwanger Bergen aus dem Hinterhalt angegriffen. Janek von Schwanberg erleidet bei der Attacke eine tiefe Wunde am Bein. Sie reiten weiter in Richtung Hall und bitten auf dem Hofgut Rosengarten der Bauernfamilie Schenk um ein Nachtlager. „Die blonde Bauerntochter Marie pflegt den schwer verletzten Janek gesund und verliebt sich ihn in“, erklärt Krickl.

Doch um die aufkeimenden Gefühle zu vertiefen, bleibt den beiden keine Zeit: Janek von Schwanberg muss weiterziehen. Es herrscht schließlich Krieg. Die Kriegswirren bringen Tod  und Verwüstung auch in das Haller Land. Marie flieht gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Ebba vor den Söldnerheeren nach Straßburg. „Was danach passiert, will ich jetzt aber nicht verraten“, sagt Krickl mit einem Augenzwinkern.

Rund dreieinhalb Jahre haben das Recherchieren und Schreiben gedauert, bis der Debütroman der  Grafenbergerin fertig war. Für Recherchen zu ihrem Debütroman reiste Gudrun Maria Krickl unter anderem nach Nördlingen, Straßburg,  Hall, Wackershofen und in die Gemeinde Rosengarten. „Als ich überlegt habe, an welchem Ort meine Geschichte ihren Anfang nehmen soll, kam mir schnell Hall in den Sinn. Hall war eine Stadt, durch die Händler kamen und die mit dem Salz ohnehin gute Nah- und Fernbeziehungen im Reich besaß“, erklärt die Schriftstellerin.

Eine Internetrecherche führte sie auf die Website der heutigen Gemeinde Rosengarten. „In diesen Namen habe ich mich quasi sofort verliebt“, gesteht Krickl lachend. Ihre weiteren Recherchen richtete sie danach aus, den Hof im Buch „Rosengarten“ nennen zu können. Erste Recherchen ergaben, dass die Bezeichnung „Rosengarten“ schon in alten Zeiten für dieses „Amt“ südlich von Hall verwendet wurden. So kam es, dass sie ihren (fiktiven) Hof im Buch nach dem Amt benannte, in welchem er lag: Hofgut Rosengarten.

Im persönlichen Gespräch mit Rosengartens Bürgermeister Jürgen König erfuhr sie außerdem von der einstigen Haller Landhege, die sie als historischen Teilaspekt im Buch ebenfalls erwähnt. Von König bekam sie für weitere Recherchezwecke auch Ortsbücher über Rieden und Westheim in die Hand gedrückt. In Schwäbisch Hall schlenderte Krickl über den Marktplatz sowie durch die Obere und Untere Herrngasse, um die zentralen Schauplätze ihres Romans persönlich zu sehen und auch emotional zu erfassen. „Eine Magd, die zufällig eine Stadtführung beendet hatte, gab mir Auskunft über die Kleidung, die sie trug und die ich Marie im ersten Buchkapitel anziehen lasse“, so die Autorin über ihre ertragreiche Recherchereise.

Ihr Weg führte sie auch ins Hällisch-Fränkische Museum. „Ob Essen, Trinken, Kleidung oder Wohnen. Ich wollte dort die Stofflichkeiten erforschen, die dem Roman zu Grunde liegen“, untermauert Krickl. Im Museumsshop des Freilandmuseums Wackershofen erwarb sie das Buch „Bauernhaus aus Zaisenhausen“, welches die Basis für die Bauweise und die Möblierung von Hofgut Rosengarten im Roman bildete.

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