Düstere Zeiten

Thomas Faltin | Stuttgarter Zeitung

 

Es war die wohl dunkelste Zeit in der deutschen Geschichte: Im 30jährigen Krieg, von 1618 bis 1648, zogen verrohte Soldaten plündernd, vergewaltigend und mordend auch durch Württemberg, die Pest raffte Unzählige hin, es herrschten brutaler Hunger und pure Verzweiflung.

Doch Gudrun Maria Krickl aus Grafenberg (Kreis Reutlingen) setzt in ihrem ersten Roman „Die Töchter von Rosengarten“ dem Elend eine Liebesgeschichte entgegen, allerdings eine verwirrende, bange Liebesgeschichte.

Gudrun Maria Krickl schrieb schon als Kind gerne, doch sie wollte vernünftig sein und lernte den Beruf der Reisekauffrau und studierte Betriebswirtschaft. Seit einigen Jahren verbietet sie sich ihre Leidenschaft nicht mehr – sie schrieb ein Buch über Mörikes Mutter und eines über die oft sehr unglücklichen württembergischen Herrscherinnen. In ihrem ersten Roman nun
setzt die Handlung kurz vor der Niederlage der Schweden in der Schlacht bei Nördlingen am 5. und 6. September 1634 ein – es war die Katastrophe für Württemberg, danach war das Land offen. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen Marie Schenk, die Tochter eines begüterten Bauern bei Schwäbisch Hall, und Janek von Schwanberg, ein verjagter böhmischer Adliger, der den Schweden dient.

Für einen Erstling legt die Autorin einensehr geschmeidigen Stil an den Tag, und man spürt, dass sie alle Schauplätze selbst besucht und lange in den Archiven geforscht hat. Auch Titus Häussermann, der Verleger des SilberburgVerlages, lobte das Buch als „das allerbeste in unserer Reihe historischer Romane“. Na, hoffentlich bekommt er da keinen Ärger mit anderen Autoren.
Krickl dagegen bleibt bescheiden: Sie werde sich erst als Schriftstellerin bezeichnen, wenn sie davon leben könne, sagt sie. Ihr nächstes Buch ist in Arbeit.

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